Central American Transit Company, historische Aktie von 1867. Kleine Holzstichvignette mit Darstellung des Dampfseglers “Moses Taylor”. Das Schiff wurde 1860 von Cornelius Vanderbilt gekauft und 1864 auf die "Central American Transit Co." übertragen.

Aktie über 14 Shares à 100 $
New York, 23. Dezember 1867

Schätzpreis: 3.000,- Euro

Kleine Holzstichvignette mit Darstellung des Dampfseglers “Moses Taylor”. Das Schiff wurde 1860 von Cornelius Vanderbilt gekauft und 1864 auf die „Central American Transit Company“ übertragen.

Ab 1868 gehörte es der „North American Steamship Company“ , 1871 verkauft an William H. Web, 1873 gekauft von der “Pacific Mail Steamship Company”.

Die Aktie wurde ausgestellt auf Clark Pickering und trägt seine eigenhändige Signatur als Vizepräsident der Gesellschaft.

1848 wurde in Kalifornien Gold gefunden.

Über 100.000 Goldsucher nur im ersten Jahr sind von der Ostküste nach San Francisco ausgezogen. Es gab noch keine transkontinentale Eisenbahn und auf den Treckstraßen zur Westküste riskierte man Angriffe der Indianer. Darum mußten die riesigen Menschenmassen und die Versorgungsgüter einen Umweg auf der Seeroute um die Südspitze Amerikas in Kauf nehmen.

Commodore Cornelius Vanderbilt (1794-1877) arbeitete nun einen Plan heraus, um aus eigener Kraft einen Verbindungsweg vom Atlantik zu Pazifik herzustellen, über die Nicaraguaroute. Für die 20 km Dschungel und Gebirge zwischen dem Nicaraguasee und Pazifik wollte Vanderbilt einen Kanal bauen. Die Regierung Nicaraguas war mit seinen Plänen einverstanden. Die von Vanderbilt gegründete „American Atlantic and Pacific Ship Canal Company“ bekam das ausschließliche Recht der Durchquerung von Nicaragua von einem Ozean zum anderen.

Die Kanalbaupläne wurden zwar recht schnell verworfen, stattdessen ließ Vanderbilt eine Asphaltstraße über die 20 km Urwaldstrecke bauen. Die Transitkonzession für Nicaragua übernahm nun die 1851 gegründete „Accessory Transit Company“ (), die den Grundstein für Vanderbilts legendäres Vermögen legte.

Wegen einer fünfmonatigen Abwesenheit übertrug Vanderbilt die Geschäftsführung der „Accessory Transit Company“ seinen beiden Teilhabern Charles Morgan und Cornelius Garisson. Kaum hatte sich der Commodore auf seine Europareise begeben, taten sich die beiden mit dem amerikanischen Arzt und Abenteurer William Walker zusammen, um die „Accessory Transit Company“ und die Transitkonzession zu übernehmen. Walker sollte die Regierung in Nicaragua stürzen und das Transitabkommen mit der „Accessory Transit Company“ widerrufen, um die Konzession einer neuen Gesellschaft zu erteilen, die die beiden dann gründen wollten.

Im März 1855 fuhr Walker mit 57 Freibeutern und 20.000 $, die er von Charles T. Morgan bekam, nach Nicaragua los, übernahm dort im Oktober 1855 die Macht.

Der von ihm ernannte Präsident widerrief umgehend die Konzession der „Accessory Transit Company“ und beschlagnahmte auch Vanderbilts Fluß- und Seedampfer, alle Maultiere und Reisewagen und was sonst der Gesellschaft in Nicaragua gehörte.

Am 20.5.1856 erkannte die US-Regierung Walker als legitimen Herrscher Nicaraguas an. Walker heuerte weitere Söldner an, um auch die vier weiteren Staaten Guatemala, El Salvador, Honduras und Costa Rica unter seine Gewalt zu bringen.

Vanderbilt übte nun erfolgreich Druck auf die US-Regierung aus, um die Anerkennung von Walkers Regime zurück zu nehmen und die Kriegsmarine zu entsenden, die dem Spuk ein Ende machte.

Im Frühjahr 1858 war die Konzession der „Accessory Transit Company“ wiederhergestellt.

Ab 1862 bis 1868 wurde die Transitkonzession auf die eigens dafür gegründete „Central American Transit Company“ mit Francis Morris als Präsident übertragen.

In dieser Zeit transportierten die Dampfschiffe der „Central American Transit Company“ über 25.000 Fahrgäste von New York nach San Francisco und knapp 20.000 Fahrgäste in umgekehrter Richtung.

Zu den größten Schiffen der Gesellschaft gehörten die „SS America“ und die „SS Moses Taylor“.

Im Mai 1868 ging die „Central American Transit Company“ in der bedeutenden „North American Steamship Company“ auf.

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