Historische Gründeraktie der Commandit-Gesellschaft Vormbaum, Jahn & Co., Magdeburg und Groß-Germersleben aus dem Jahr 1867 über 1000 Taler. Anders als bei den Bauernzuckerfabriken gab es also auch keine Pflicht zum Rübenanbau aktienbesitzender Landwirte und zur Ablieferung an die Fabrik.

Aktie über 1.000 Thaler
Magdeburg und Groß-Germersleben, 1. Oktober 1867

Schätzpreis (laut SUPPES-Katalog): 3.500,- Euro

Gründeraktie, Auflage: nicht zu ermitteln (R 12).

Sehr schönes Papier, gedruckt in der Lithographie-Anstalt von Robrahn & Co. in Magdeburg. Ausgestellt auf Herrn Eduard Wolff in Magdeburg, rückseitig übertragen 1872 auf den phG F. L. Jahn und 1873 auf den Rittergutsbesitzer Ph. Coqui auf Groß-Germersleben.

Bereits 937 ist “Germesleva” erwähnt, als Otto I. den Ort im heutigen Bördekreis an der Einmündung der Sarre in die Bode dem Mauritiuskloster in Magdeburg schenkte. Zu dieser Zeit gab es vermutlich auch schon eine Burg, aus der sich das spätere (1999 abgebrannte) Schloß Germersleben entwickelte.

Die 1867 in Groß-Germersleben erbaute Zuckerfabrik war, im Gegensatz zu den meisten anderen Fabriken der Region, keine sog. “Bauernzuckerfabrik” (was trotz Rechtsform der AG einen eher genossenschaftlichen Charakter bedeutete), sondern eine von Unternehmern aus dem Finanzzentrum Magdeburg initiierte Fabrik.

Anders als bei den Bauernzuckerfabriken gab es also auch keine Pflicht zum Rübenanbau aktienbesitzender Landwirte und zur Ablieferung an die Fabrik.

Wegen der deshalb nicht ausreichend gesicherten Rohstoffversorgung ging das Unternehmen schon vor der Wende zum 20. Jahrhundert wieder ein; die Landwirte von Groß-Germersleben schlossen sich dann der Zuckerfabrik im benachbarten Hadmersleben an.

Unikat.

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