Historische Aktie der Actien-Zucker-Fabrik Watenstedt aus dem Jahr 1871. Äußerst seltenes und hochdekoratives Wertpapier der 1864 gegründeten Gesellschaft, die 1972/75 mit der Zuckerfabrik Königslutter fusionierte, die wiederum in der heutigen Nordzucker AG aufging. 1975 stillgelegt.

Aktie über 1.000 Thaler
Watenstedt, 1. Juli 1871

Schätzpreis (laut SUPPES-Katalog): 4.500,- Euro

Auflage: 140 Aktien (R 10).

Die Gesellschaft wurde am 19.11. 1864 mit einem Grundkapital von 70.000 Talern errichtet, begeben in 140 Aktien zu je Thaler 500, verteilt auf 51 Gesellschafter.

Die Errichtung der Fabrik übernahm die Firma Röhrig & König. Die Gründung der Zuckerfabrik Watenstedt wurde begünstigt durch die Streckenführung der ersten staatlichen Eisenbahn im Deutschen Bund, der Herzoglich Braunschweigischen Eisenbahn, die auf ihrer Bahnstrecke Wolfenbüttel–Oschersleben über Jerxheim in Watenstedt hielt. 1858 wurde dann auch die Bahn von Jerxheim nach Helmstedt in Betrieb genommen.

Die Aktionäre hatten mit der Zeichnung einer jeden Aktie eine Rübenpflicht von 600 Zentnern verbunden.

1869 wurde das Grundkapital von 70.000 Thaler auf 140.000 Thaler erhöht und erst jetzt wurden die Aktienzertifikate zu je 1.000 Taler ausgegeben. Aus dieser Emission stammt die hier vorgestellte Aktie.

Gelegen im Kreis Helmstedt war dies eine der kleineren Zuckerfabriken des Braunschweiger Landes. Die Rohzuckererzeugung überschritt nie die Marke von 100.000 Zentner im Jahr und ging Anfang der 30er Jahre dann von Jahr zu Jahr ganz massiv auf zuletzt unter 30.000 Zentner zurück.

Umgewandelt 1935 in eine Kommanditgesellschaft und schließlich 1960 in eine GmbH. 1972/75 mit der Zuckerfabrik Königslutter verschmolzen (die wiederum in der heutigen Nordzucker AG aufging), 1975 stillgelegt.

Extrem seltene Emission.

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