Einer der ältesten deutschen Automobilwerte: Aktie der Anhaltischen Automobil- und Motorenfabrik in Dessau aus dem Jahr 1912. Die Anlagen wurden schließlich von dem Aachener Professor Hugo Junkers übernommen, der das Werksareal 1917 in die späteren Junkers-Flugzeugwerke einbrachte.

Aktie über 1.000 Mark
Dessau, 6. Juni 1912

Schätzpreis (laut SUPPES-Katalog): 1.250,- Euro

Gründeraktie, Auflage 1.000 (R 9).

Die Gesellschaft übernahm bei ihrer Gründung die Motorenwerke Dessau GmbH (MWD).

An diesem Standort hatte der Automobilbau eine bemerkenswerte Tradition: Einer der führenden Automobil-Pioniere in Deutschland, Friedrich Lutzmann, baute hier 1893 sein erstes Auto und begann 1896 die Serienproduktion.

1898 kauften die Opel-Brüder Carl, Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig Opel Lutzmanns‘ Rechte sowie die maschinellen Anlagen und verlagerten die Produktion in ihre Fahrradfabrik in Rüsselsheim.

Deshalb gilt das Dessauer Werk mit Recht als die Keimzelle der heutigen Opel-Werke. Ab 1911 wurde dann von MWD die Tradition wieder aufgenommen.

Unter dem Namen „Der Dessauer“ wurde ein 2100-ccm-4-Zylinder-Modell mit 18, später 22 und 24 PS entwickelt. Ermutigt durch große Anfangserfolge wurde die Anhaltische Automobil- und Motorenfabrik Aktiengesellschaft gegründet. Sie baute ein für die damalige Zeit riesiges neues Automobilwerk.

Die dort produzierten großen Stückzahlen fanden aber nicht genug Absatz. Mitte 1913 auftretende Zahlungsschwierigkeiten führten bald darauf zum Konkurs.

Die Anlagen wurden schließlich von dem Aachener Professor Hugo Junkers übernommen, der das Werksareal 1917 in die späteren Junkers-Flugzeugwerke einbrachte.

Einer der ältesten verfügbaren deutschen Automobilwerte!

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