Gasmotoren-Fabrik Mannheim, Aktie über 500 Reichs-Mark aus dem Jahr 1883. Gründung 1882 nach Übernahme der 1871 in Mannheim von Carl Benz errichteten Firma “Carl Benz & August Ritter, Mechanische Werkstätte”.

Aktie über 500 Reichs-Mark
Mannheim, 1. Januar 1883

Schätzpreis (laut SUPPES-Katalog): 7.500,- Euro

Auflage: nicht zu ermitteln (R 10).

Gründung 1882 nach Übernahme der 1871 in Mannheim von Carl Benz errichteten Firma “Carl Benz & August Ritter, Mechanische Werkstätte”. Da Ritter kein zuverlässiger Partner war, zahlte Carl Benz ihn mit Hilfe der Mitgift seiner Braut Bertha Ringer aus und führte so das Unternehmen unter der Bezeichnung “Carl Benz, Mannheim, Eisengießerei und mechanische Werkstätte” alleine weiter.

Anfänglich liefen die Geschäfte von Carl Benz ausgesprochen schlecht. Seine Eisengießerei und mechanische Werkstätte“, später auch „Fabrik für Maschinen zur Blechbearbeitung“ genannt, verlor die wichtigsten Werkzeuge, da sie wegen Zahlungsunfähigkeit gepfändet wurden. Ab dann beschäftigte sich Carl Benz intensiv mit Zweitaktmotoren.

Am 31. Dezember, in der Silvesternacht des Jahres 1879, läuft sein neuer Motor zum ersten Mal. Benz erhielt für die Vervollkommnung seines Zweitaktmotors mehrere grundlegende Patente, z.B. für die Drehzahlregulierung. Zur Zündung benutzte er seine neu entwickelte Batteriezündung.

1882 lernt Carl Benz den „Hofphotographen“ Emil Bühler kennen, der in seine Werkstatt gekommen war, um sich eine polierte Stahlplatte anfertigen zu lassen. Bühler interessierte sich für den „Benz Motor“ und ist zur finanziellen Beteiligung bereit.

Mit der finanzkräftigen Hilfe der Banken, wandelten Benz und Bühler die Werkstatt 1882 in eine Aktiengesellschaft um und nannten die Firma „Gasmotoren-Fabrik Mannheim“.

Der Käsefabrikant Bühler, Emils Bruder, wird zum Direktor der neuen Firma. Carl Benz wurde mit lediglich 5 % beteiligt und fungierte nur als einer der Direktoren. Da seine Teilhaber versuchten, Einfluss auf seine Konstruktionen auszuüben, verließ Carl Benz das junge Unternehmen bereits am 6. Januar 1883. Die AG bestand bis 1894.

Noch im Jahr 1883 bekam Benz finanzielle Unterstützung von den Geschäftsleuten Max Rose und Friedrich Wilhelm Esslinger, die im Oktober 1883 gemeinsam mit ihm die Firma „Benz & Co. Rheinische Gasmotoren-Fabrik“ gründeten. Benz konnte sich nun ungestört der Entwicklung seines Wagenmotors widmen. Finanziell gesichert, begann er mit der Konstruktion eines ganzheitlich konzipierten Fahrzeugs, in das sein Viertakt-Benzinmotor integriert war, im Gegensatz zu Daimler, der seinen ersten Motor in eine Kutsche einbaute.

1886 erhielt er auf das Fahrzeug ein Patent und stellte seinen ersten „Benz Patent-Motorwagen“ der Öffentlichkeit vor. 1890 wird die „Rheinische Gasmotoren-Fabrik“ zur zweitgrößten Motorenfabrik Deutschlands.

Im Gegensatz zu Gottlieb Daimler, der bereits 1900 gestorben war, konnte Carl Benz den Aufschwung der Motorisierung und den endgültigen Durchbruch seiner Idee noch miterleben. Daß sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts gleichzeitig zwei Erfinder, Carl Benz und Gottlieb Daimler, erfolgreich mit der automobilen Fortbewegung beschäftigten, ist ein bemerkenswerter Zufall.

Obwohl die beiden völlig verschiedene Lebenswege hatten, und unterschiedliche berufliche Voraussetzungen mitbrachten, schufen sie doch ein und dasselbe: Sie erfanden das Automobil, eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheitsgeschichte. Persönlich begegnet sind sie sich übrigens zeitlebens nie, obwohl sie praktisch nur einen Steinwurf voneinander entfernt arbeiteten.

Die hier angebotene Aktie dokumentiert die Geburtsstunden des Automobils: In den Werkshallen dieser Gesellschaft liefen die allerersten Verbrennungsmotoren von Carl Benz!

Historisch bedeutende Rarität, von der lediglich 5 Stücke (Nummern 119 bis 122 + 124) dem Sammlermarkt zur Verfügung stehen!

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