Die Geschichte der New York Electric Vehicle Transportation Company ist gleichzeitig die Geschichte von Isaac Leopold Rice, Erfinder und Unternehmer. Heute fast unbekannt, war Rice an der Wende zum 20. Jh. einer der einflußreichsten US-amerikanischen Industriellen.

Aktie über 100 Shares zu je 100 $
State of New Jersey, 2. Dezember 1901

Herrlicher ABNC-Stahlstich mit fast bierdeckelgroßer, meisterhaften Darstellung von zwei Elektroautos in einem Park mit Springbrunnen.

Die Geschichte der New York Electric Vehicle Transportation Company ist gleichzeitig die Geschichte von Isaac Leopold Rice, Erfinder und Unternehmer. Heute fast unbekannt, war Rice an der Wende zum 20. Jh. einer der einflußreichsten US-amerikanischen Industriellen.

Rice wurde 1850 im bayrischen Wachenheim geboren und kam im Alter von sechs Jahren in die USA. In den 1880erJahren wurde er zunächst auf den Gebieten der Musik und Rechtswissenschaft bekannt. Sein Erfolg als Anwalt im Dienste mehrerer Eisenbahngesellschaften brachte ihm einen hervorragenden Ruf als Fusionsspezialist, aber auch als Patentanwalt. Diese Erfahrungen machte sich Rice im aufstrebenden Batteriegeschäft zu Nutze.

Bis 1897 hatte Rice diese Industrie fast monopolisiert und war damit in der idealen Lage, das fast unbegrenzte Potential der Electric Carriage and Wagon Company zu heben, der Eignergesellschaft der ersten Taxiflotte Amerikas.

Diese erste amerikanische Taxi-Gesellschaft der in Philadelphia lebenden Henry Morris und Pedro Salom war auch Hersteller des elektrisch betriebenen Electrobat-Wagens, der mit einer Goldmedaille bei dem Chicago Times-Herald Autorennen im Jahre 1895 ausgezeichnet wurde.

Rice kaufte die Firma auf, nannte sie Electric Vehicle Company und setzte 100 Electrobat-Wagen in den Straßen von Manhattan ein. Es wurde ein riesengroßer Erfolg. Die Fahrzeuge hatten einen Aktionsradius zwischen 20 und 100 Meilen, und leere Batterien konnten bei einer der zehn Service- und Ladestellen des Unternehmens gegen frische ausgetauscht werden.

Die Ausgabe des hier angebotenen Zertifikats der New York Electric Vehicle Transportation Company, der größten Tochtergesellschaft der Electric Vehicle Company, erfolgte kurz nachdem Rice seinen Geschäftsanteil verkauft hatte.

Die Käufer, unter anderem William C. Whitney und Thomas Fortune Ryan (Whitney-Ryan-Syndikat), erwarben weitere wichtige Automobilpatente und gaben schließlich vor, die Patentrechte für die Erfindung des Automobils überhaupt zu besitzen.

Fortan verdienten sie kräftig an der Vergabe von Automobilbau-Lizenzen. Die Lizenzgebühren sprudelten, bis 1911 das Monopol hauptsächlich durch den persönlichen Einsatz von Henry Ford gebrochen wurde.

Für die Herstellung ihrer Elektrofahrzeuge baute die Electric Vehicle Company im Staat Connecticut zwei Fabriken in Hartford und New Haven.

Eines der ganz frühen automobilhistorischen Finanzdokumente mit hochaktuellem Bezug zur gegenwärtigen Elektromobilitäts-Diskussion.

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